• Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz
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Bioprodukte


Bio-Produkte erfreuen sich einer stetig ansteigenden Beliebtheit. Die Gründe hierfür reichen vom Interesse an der eigenen Gesundheit bis hin zum Wunsch, einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Einige (Hinter-)Gründe über und für Bio-Produkte ergeben sich aus den Antworten auf die folgenden Fragen:
> Woran erkenne ich Bio-Produkte?
> Ist Bio drin, wo Bio draufsteht?
> Warum sind Bio-Produkte teurer als konventionelle Produkte?
> Lohnt sich der Preis?
> Was hat es mit den Bio-Handelsmarken auf sich?
> Wo erhalte ich in Thüringen Bio-Produkte?
 

Woran erkenne ich Bio-Produkte?


Die Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln ist gesetzlich durch das Öko-Kennzeichengesetz und die Öko-Kennzeichenverordnung geregelt. Diese legen die Verwendung und Gestaltung des Bio-Siegels fest. Als Grundlage dient die EG-Öko-Verordnung. Wenn die Produkte mindestens diesem Standard entsprechen, können sie das Bio-Siegel tragen, welches vom Verbraucherschutzministerium vergeben wird. Das Gleiche gilt für Importware aus nichteuropäischen Staaten.
Kennzeichnungen auf der Grundlage der EG-Öko-Verordnung sind und das EU-Biosiegel und das deutsche Biosiegel.
Das EU-Bio-Siegel ist seit dem 1.Juli 2012 für alle Bio-Lebensmittel Pflicht. Die beiden Siegel können in Kombination miteinander verwendet werden.
 

Alle Produkte, die in Deutschland kontrolliert wurden, müssen die Codenummer der Öko-Kontrollstelle nach dem Muster: DE-XXX-Öko-Kontrollstelle tragen, wobei X für eine Ziffer steht, welche diejenige Kontrollstelle kennzeichnet, die die Öko-Kontrolle auf dem Betrieb ausführte. Über diese Kontrollstellennummer können Rückschlüsse auf die gesamte Produktionskette (Erzeuger-Verarbeiter-Handel) gezogen werden.
Zusätzlich zur einfachen EU-Öko-Kontrolle kann sich ein Betrieb einem Anbauverband anschließen. Basierend auf den Vorschriften der EG-Öko-Verordnung haben diese Verbände nochmals eigene, meist deutlich strengere, Richtlinien (z.B. mehr Platz für Tiere, stärker eingeschränkter Einsatz von Hilfsstoffen und Futterzukauf). Die Anbauverbände vergeben ihre eigenen zusätzlichen Siegel, wie z.B.:


Vorsicht ist bei Kennzeichnungen wie „naturnaher Anbau“, „aus umweltschonender Landwirtschaft", „kontrollierter Anbau“, „unbehandelt“, und Ähnlichem geboten. Sie erwecken den Eindruck, dass es sich um Bio-Produkte handelt, aber bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass Bio-Siegel und Code fehlen. Somit handelt es sich nicht um Produkte aus zertifiziert ökologischen Landbau.
 

Warum sind Bio-Produkte teurer als konventionelle Produkte?


In der ökologischen Landwirtschaft werden Pflanzen möglichst naturnah angebaut, und auch in der Tierhaltung bemühen sich Öko-Landwirte um eine möglichst artgerechte Haltung. Deshalb wird auf ertrags- und leistungssteigernde Mittel – u.a. viele Agrarchemikalien, Intensivtierhaltung und Leistungsförderer bei der Tierhaltung - verzichtet. Dies und nachfolgende Gründe (und noch einige mehr) führen zu den im Vergleich zu konventionellen Lebensmitteln u.U. höheren Preisen:

  •  langsames und natürliches Wachstum von Pflanzen und Tieren
  •  kein Einsatz chemischer Arzneimitteln bei Öko-Tieren (z.B. dürfen Tiere nicht mehr als Bio-Tiere vermarktet werden, wenn  sie mehrmals im Jahr Antibiotika nehmen mussten)
  •  größerer allgemeiner Aufwand (z.B. mehrfache mechanische Beikrautbekämpfung statt einmaligen Einsatzes von Totalherbiziden)
  •  anspruchsvollere, zeit- und kostenintensivere Verarbeitung, weil schonend verarbeitet wird und weniger Zusatzstoffe erlaubt sind
  •  größerer Bedarf an Arbeitskräften, dadurch höhere Lohnkosten
  •  strenge Kontrollen, für deren Kosten der Betrieb selbst aufkommen muss.


Beispiel:        
Wenn in der ökologischen Lebensmittelverarbeitung 1 kg echte Vanille Verwendung findet, kostet dies ca. 400 Euro.
Den gleichen Effekt erzielt die konventionelle Lebensmittelwirtschaft mit dem Einsatz von 25 g des künstlichen Aromas Vanillin; eingesetzter Materialwert hier ist 0,35 Euro.